Ersterstellung: 15.07.2005, letztes Update: 29.07.2005
Sehr geehrter Herr Elster,
PPB: Welche Position vertreten Sie bei der 81 Fünf AG ? Herr Elster: Ich bin alleinvertretungsberechtigter Vorstand. PPB: Können Sie in einem oder wenigen Sätzen die Wertschöpfung der 81 Fünf AG für den Kunden wieder geben ? Sind es die potentiellen Lizenzen und damit einhergehendes Know-how ? Wie stellt sich Ihr Alleinstellungsmerkmal im Markt dar ? Herr Elster: Unsere Kunden sind Holzbaubetriebe und Architekten. Sie partizipieren am technischen Know-how, an Weiterbildungsmaßnahmen und an Dienstleistungen, die wir im Betrieb/Büro erbringen. Sehr wertvoll ist der Austausch der Partner untereinander und das Know-how, welches jeder Einzelne besitzt und in die Gruppe einbringt.
Gegenüber dem Endkunden (der Baufamilie/Bauherr/-in) haben wir die Vorteile einer durchgängigen ökologischen (wohngesunden) Bauweise, die mit einem patentierten System schon tausendfach gebaut wurde.
Ich meine, dass wir kein Alleinstellungsmerkmal in Technik und Ökologie haben, sondern in der Vielfalt der Architektur und regionaler Dienstleistung auf Basis eines hohen Standards in Technik und Ökologie. PPB: Hat der Name 81 Fünf eine tiefer Bedeutung ? Herr Elster: Es ist der Abstand in cm der Träger in unseren Wänden und Decken. PPB: Wie kommen die Kunden und mittelbaren Endkunden mit Ihnen in Kontakt ? Gibt es hier Fachzeitschriften ? Herr Elster: Der Kontakt läuft auf zwei Ebenen. Wir genießen in Fachkreisen mit unserem System einen hohen Bekanntheitsgrad. Daher kommen Architekten und Holzbaubetriebe auf uns zu.
Wir werden selber aktiv und gehen auf mögliche Partner zu, sobald eine Empfehlung eines bestehenden Partners ausgesprochen wird. Über Fachzeitschriften publizieren wir unregelmäßig Pressemitteilungen oder schalten Anzeigen zur gezielten Ansprache.
In den letzten 12 Monaten haben wir viele potentielle Partner durch ältere Kontakte oder Recherche angesprochen. PPB: Wie schätzen Sie die Konkurrenzsituation zu 81 Fünf ein ? Herr Elster: Die Konkurrenzsituation zu einem Zusammenschluss und den Möglichkeiten einer solchen Gruppe sehe ich gelassen. Viel schwieriger ist die Situation der Partner auf dem Markt. Hier wird aufgrund der vorherrschenden Verhältnisse in Deutschland sehr viel über den „Preis“ verkauft. Daher ist es unser Bestreben, unseren Partnern vielfältige Unterstützung zukommen zu lassen, damit Sie im harten Wettbewerb bestehen können. Ziel ist es den Partnern ein „gewisses“ Alleinstellungsmerkmal für eine Gesamtleistung in der Region zu verschaffen. PPB: Welche konkreten Aufgaben bleiben bei der neuen Ausrichtung zur Dienstleistung hin in der Zentrale ? Herr Elster: Die AG-Zentrale hat die Aufgabe in diesem Bereich gemeinsam mit den Teampartnern notwendige Dienstleistungen zu erkennen, diese zu optimieren und den Partnern anzubieten. Das reizvolle an den Dienstleistungen ist, dass bei jedem Auftrag neue Impulse in die Gruppe gelangen. Jeder Partner partizipiert daran, wenn auch manchmal nur mit sehr geringen Impulsen. PPB: Welche Steigerungen sind hier noch mit der aktuellen Mannschaft möglich ? Sind hier im nächsten oder den nächsten 2 Jahren Änderungen geplant ? Herr Elster: Wird das Dienstleistungsangebot der AG noch stärker als bisher angenommen, wird eine personelle Aufstockung der externen Teampartner einfach zu lösen sein.
Wir bewegen uns in einer Bauszene, die voll von kompetenten Menschen ist. PPB: Wie sieht der aktuelle Cashflow aus ? Für welche Aufgaben wird Geld benötigt ? Wie hoch sind etwa die reinen Personalkosten oder wie viel Prozent der Gesamtausgaben stellen Sie dar ? Herr Elster: Der operative Cashflow ist positiv. Wir haben jedoch, zusätzlich zu den operativen Aufwendungen, Liquiditätsabflüsse in den Jahren 2005 und 2006 aufgrund eingetretener Vermögensverluste der letzten Jahre. Die Personalkosten belaufen sich auf rund 39% der Gesamtkosten. Der gesamte Cashflow ist noch (leicht) negativ. PPB: Ab wann ist mit einem Break-Even zu rechnen ? Herr Elster: Die AG strebt eine Zahl von 60 bundesweit angesiedelten Partnerunternehmen bis zum Ende 2007 an. Ab rund 40 Partnern lässt sich eine Wirtschaftlichkeit erreichen. Aktuell haben wir bereits 33 Partner. PPB: Ist bei dem Fortschreiben des aktuellen Trends in 2006 oder 2007 der Break-Even zu erreichen ? Ist eine positiver Cashflow bereits vorher in Sicht ? Herr Elster: Wie oben erwähnt gehe ich fest davon aus, dass wir bei Fortschreibung des aktuellen Trends in 2006 den Break-Even erreichen. PPB: Könnten Sie uns bitte die aktuelle Aktionärsstruktur der 81 Fünf AG erläutern ? Herr Elster: Das Kapital ist im Streubesitz von 407 Aktionären. Hierbei gibt es Aktionäre, die nach der Kapitalherabsetzung weniger als 10 Stück haben. Auf der anderen Seite Aktionäre, die über 15.000 Aktien verfügen. PPB: Etwa wie viel Prozent liegen in den Händen der Führung (Aufsichtsrat und Vorstand) ? Herr Elster: Rund 4% nach der Kapitalherabsetzung. Die Quote wird sich nach der jetzigen Kapitalerhöhung spürbar erhöhen. PPB: Ab wann ist wieder mit einem Handel bei Valora zu rechnen ? Herr Elster: Anfang August sind die Aktionäre über die Hauptversammlung informiert worden. Danach wird die Aussetzung des Handels aufgehoben. PPB: Was motiviert Sie zur Ausübung des Vorstandpostens und der Leitung vom operativen Betrieb ? Herr Elster: Die Position und die damit verbundene Aufgabe gibt einem viele Spielräume in einem spannenden Umfeld. Wo sonst wird einem der Kontakt zu Partnern, über Endkunden bis zur Industrie geboten? Das Potential, auch bei einem schrumpfenden Baumarkt, ist nach wie vor da. Die Idee eines Zusammenschlusses unter einer Marke ist genial.
Meine Motivation ist es die Ziele zu erreichen, die vor zehn Jahren angedacht waren: Ökonomischer Erfolg mit einem ökologischen Produkt mit einer starken 81fünf AG. PPB: Welche Unterstützung bekommen Sie vom Aufsichtsrat (AR) ? Herr Elster: Der Aufsichtsrat unterstützt mich, dank seiner Zusammensetzung, vielfältig. Herr Deiters hat eine hohe betriebswirtschaftliche Kompetenz gepaart mit klaren Zielformulierungen für den Vorstand aber auch den nötigen Spielräumen.
Herr Kaden ist selber Partner, und kann somit die Arbeit der Zentrale reflektieren. Und Herr Haverkamp hat aufgrund seines beruflichen Werdegangs eine hohe Affinität zur vertrieblichen Ausrichtung der AG. PPB: Gibt es noch (potentielle) Altlasten in Bezug auf die alte Ausrichtung ? Herr Elster: Das Bürogebäude stellt eine finanzielle Belastung dar, die für ein Unternehmen mit einer schlanken Personalstruktur unangemessen ist. Die Vermietung der unteren Etage, reduziert den Aufwand, entbindet aber nicht von den Abschreibungen, Zins- und Tilgungszahlungen. Wir konnten durch eine Umschuldung den Aufwand noch einmal leicht senken.
Die Rückzahlung für die Zuschüsse für das verkaufte Musterhaus in Hitzacker schränkt die Liquidität ebenfalls ein. PPB: Wodurch konkret wurde die neue Ausrichtung angestoßen, von den bisherigen Personen oder gab es auch hier Änderungen ? Bei einer einfach sich so ändernden Ausrichtung sind wir meist eher skeptisch. Herr Elster: Wir haben Mitte letzten Jahres festgestellt, dass unser Lizenzsystem im Holzhausbau nicht mehr durchsetzbar war. Dies drückte sich in der Kündigung wichtiger Partner aus, die mit der Gesamtsituation unzufrieden waren. Mit unserem bisherigen Aufsichtsrat und Lizenzgeber wurde vereinbart, dass er sich von der 81fünf AG vollständig löst und wir die Marke exklusiv erwerben.
Von den Personen, die die AG Mitte der Neunziger Jahre initiiert haben, ist keiner mehr innerhalb der 81fünf AG tätig. Der Aufsichtsrat arbeitet in der jetzigen personellen Besetzung seit Oktober 2004 zusammen. Ohne die personellen Veränderungen wäre eine Zukunft unseres Unternehmens undenkbar gewesen. PPB: Auch wenn ein Verkauf sehr langwierig wäre, wie Werthaltig ist die Immobilie des Firmensitzes ? Stünde einem Verkauf und der Rückmietung generell etwas entgegen ? Herr Elster: Wir haben in der Bilanz 2003 eine Wertberichtigung vorgenommen. In der Bilanz nimmt das Bürogebäude einen Wert von rund € 280.000,- ein. Dieser Wert kann bei einem Verkauf erreicht werden. Der Standort Dannenberg wirkt sich in der jetzigen Immobiliensituation natürlich nicht positiv aus. PPB: Wie viel 81 Fünf Häuser werden voraussichtlich in 2005 gebaut und wie viele Holzhäuser werden überhaupt gebaut ? Herr Elster: Ich gehe davon aus, dass um die 150 Häuser (entscheidend sind die Umsätze der Partner im Holzhausbau. Es werden auch Häuser durch externe Architekten an unsere Partner herangetragen) gebaut werden. Hinzukommen noch Anbauten und Aufstockungen in Holzrahmenbauweise. Modernisierungsmaßnahmen in Holz sind ein großes Standbein vieler Partner. Er wird insgesamt gesehen den Neubau noch weiter in den Hintergrund drängen.
Für das Jahr 2004 liegen für den Fertigteilbau 19920 Baugenehmigungen zugrunde.
Der handwerkliche Anteil liegt hierbei vielleicht bei ca. 25%. (es gibt hierzu keine aussagekräftigen Informationen) PPB: Wir sehen vom aktuellen Niveau aus durchaus Potential für Umsatz und Gewinn ? Wo sehen Sie hierbei evtl. Risiken ? Herr Elster: Risiken liegen wie immer, im Bereich der Umsätze. Die Kostenseite ist dagegen plan- und kontrollierbar. Meines Erachtens gäbe gibt es zwei Risiken:
1. Wir bekommen keine neuen Partner
2. Die Partner nehmen die Dienstleistungen nicht in Anspruch. PPB: Auf der HV in 2005 gab es erst eine Kapitalherabsetzung und eine anschließende Schaffung neues genehmigten Kapitals. Dadurch sind Kapitalerhöhungen möglich. Da ein Ausschluss der bisherigen Aktionäre möglich ist, die Frage wie kann sich ein Interessent an einer KE der 81 Fünf beteiligen ? Wie sieht der Ausgabekurs aus, wie würde zu diesem Kurs die 81 Fünf bewertet (welche Marktkapitalisierung)? Herr Elster: Wir werden den Alt-Aktionären eine bevorzugte Zeichnungsfrist einräumen. Diese Informationen gehen kurzfristig mit dem Protokoll an alle Aktionäre hinaus. Dem Schreiben wird auch ein Zeichnungsschein beigefügt sein.
Ansonsten besteht natürlich die Möglichkeit sich durch Zeichnung an der Kapitalerhöhung zu beteiligen. Der Ausgabebetrag beläuft sich auf den Nennwert von € 1 (ein Euro).
Gelingt es uns die gesamte Kapitalerhöhung zu platzieren, verfügt die AG über ein Grundkapital von € 219.853. Dies entspräche auch dem Wert der Gesellschaft.
Vielen Dank für das Interview und Ihrem Unternehmen viel Erfolg,
Der Phönix-Börsenbrief
Anmerkung: Wir oder/und nahe Dritte des Phönix-Börsenbriefes besitzen Aktien dieser Firma. Weitere Käufe als auch Verkäufe sind möglich. Dieses Interview dient der Information - es ist keine Empfehlung. Während der Interviewerstellung (ab der ersten Antwort des Interviewpartners und bevor Informationen bekannt wurden) und einige Tage danach fanden (und finden) keine Änderungen an bestehenden Ordern statt.
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